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Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen
 Nach einer repräsentativen, von einem Magazin in Auftrag gegebenen Umfrage glauben 66 Prozent der Deutschen an Schutzengel - und zwei Prozent weniger an die Existenz eines Gottes. Da scheint es ein Widerspruch zu sein, dass in der gleichen Umfrage 47 Prozent der Befragten sicher sind: „Mit dem Tod endet alles.“ Auch ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt durchaus Gegensätzliches: Einerseits feiern über eine Million Menschen beim Weltjugendtag mit dem Papst einen Gottesdienst, andererseits bleibt die Zahl der Kirchenaustritte auf gleichbleibend hohem Niveau.
Es gibt also Gründe genug zu fragen: „Woran glauben?“ Damit beweisen die „Duisburger Akzente“, eines der traditionsreichsten Kulturfestivals im Land, in ihrer 29. Auflage wieder einmal ein feines Gespür für ein aktuelles Thema unserer Zeit. Debatten um Glaube, Spiritualität, Werte, Vertrauen und Toleranz nehmen einen breiten Raum in unserer Gesellschaft ein. Und wer diese Themen diskutiert, spricht natürlich auch über Zweifel und Intoleranz. Es gehört zu den großen Stärken der „Duisburger Akzente“, einen solchen Diskurs nicht als rein wissenschaftliche Debatte zu führen, sondern der Frage „Woran glauben?“ in aktuellen Beiträgen aus Theater, bildender Kunst, Literatur, Film, Musik und anderen künstlerischen Genres nachzuspüren.
Angesichts der Aktualität und ebenso der Brisanz dieser Frage habe ich gern die Schirmherrschaft für die 29. „Akzente“ übernommen und bin sehr gespannt auf die inhaltliche Auseinandersetzung der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler mit diesem Thema. Ich bin zudem sicher, dass wir uns gemeinsam auf ein vielschichtiges und interessantes Veranstaltungsprogramm freuen dürfen. Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich neue Ideen, überraschende Einsichten und natürlich auch viel Freude.
 Dr. Jürgen Rüttgers Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
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Grußwort des Oberbürgermeisters und des Kulturdezernenten
Die Auseinandersetzung mit Religion und Spiritualität hat Konjunktur in Europa. Und doch gehen gerade in Deutschland viele Menschen auf Distanz zu den großen Kirchen. Sowohl das Wissen um christliche Traditionen und Glaubensinhalte als auch deren Rolle in Gesellschaft und Alltagsleben nimmt ab. Unterdessen lässt sich eine intensive, eher unverbindliche und individualistisch gefärbte Beschäftigung mit Glaubensdingen beobachten. Selbst das Interesse an buddhistischer Weltsicht oder schamanischen Ritualen wächst. Und schließlich darf sich auch Papst Benedikt XVI. über wachsende Aufmerksamkeit freuen. Tauchten schon Bücher seines Amtsvorgängers in europäischen Bestsellerlisten auf, so scheint Benedikt XVI. mit seinen Buchpublikationen noch größeres Interesse zu finden. Es ist offensichtlich: die Deutschen haben Sehnsucht nach Religiosität.
Wie passt es aber zusammen, dass durch Religion oder Weltanschauung festgelegte moralische Regeln einerseits als Zwang empfunden werden, andererseits aber gerade ein Bedürfnis nach festen Bahnen, nach Orientierung, Werten und Lebenssinn festzustellen ist ?
„Woran Glauben?“ fragen deshalb die 29. Duisburger Akzente. Dabei geht es uns nicht allein um eine Diskussion und künstlerische Darstellung der heutigen Rolle von Religionen und Wertvorstellungen. „Glauben“ soll auch in einem weiteren Sinne verstanden werden, etwa im Sinne von „etwas für wahr halten“ oder „auf etwas vertrauen“. So verstanden, berühren die diesjährigen Akzente weite Bereiche unseres alltäglichen Lebens.
Im vergangenen Jahr haben wir die „Duisburger Akzente“ ausgesetzt, um unsere Kräfte ganz auf die World Games und ihr Kulturprogramm zu konzentrieren. In diesem Jahr melden sie sich mit frischer Kraft zurück. Mit rund 150 Veranstaltungen aus den unterschiedlichen künstlerischen Sparten fordern die Akzente 2006 auf, sich in die Debatte um Glauben und Werte, Spiritualität und Sinnsuche einzumischen. Wir möchten Sie einladen: Nehmen Sie dieses Angebot an und erleben Sie drei Wochen lang ein aufregendes Kulturfestival in Duisburg.
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Adolf Sauerland Oberbürgermeister
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Karl Janssen Dezernent für Familie, Bildung, Kultur
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