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PRESSEINFORMATION
31.3.06
Der Glauben an die Menschlichkeit und andere Glaubensfragen Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek zu den 29. Duisburger Akzenten
Ein mit Eugen Drewermann, Franz Alt, Erich Loest, Astrid Proll, Christian Brückner und anderen prominent besetztes Veranstaltungsprogramm steuert die Stadtbibliothek zum diesjährigen Kulturfestival der 29. Duisburger Akzente in der Zeit vom 28. April bis 21. Mai bei, darunter sieben Literaturveranstaltungen, eine dreiteilige Hörspielreihe und eine Fotoausstellung. Sie alle kreisen literarisch um das Festivalthema „Woran glauben?“.
Die Auftaktveranstaltung bestreitet Astrid Proll, Ex-Mitglied der „Roten Armee Fraktion“ (RAF), am 2. Mai mit einer Vernissage zur Fotoausstellung „Hans und Grete - Bilder der RAF 1967-1977“. In einem Bildervortrag zu ihrem 2004 erschienenen gleichnamigen Bildband reflektiert sie neben ihrer eigenen Zeit bei der RAF auch die Bilder, die Baader, Meinhof und Co. inszeniert, beschworen und hinterlassen haben. Die Ausstellung ist vom 2. bis 20. Mai im Treppenhaus der Zentralbibliothek zu sehen.
Einen Tag später, am 3. Mai, stellt Eugen Drewermann die zu diskutierende Frage „Hat der Glaube Hoffnung?“. Drewermann ist einer der bekanntesten und kritischsten Theologen der Gegenwart. Mit der katholischen Kirche, die in seinen Augen einen fundamentalistischen Dogmatismus verwaltet, hat er abgeschlossen. Im Sommer vergangenen Jahres ist Drewermann aus der katholischen Kirche ausgetreten.
„Lustigs Flucht“ heißt das Buch, aus dem der 1958 geborene Berliner Autor Steffen Mensching am 5. Mai lesen wird. Sein 2005 erschienener Roman ist eine brillante Satire auf unsere Medienwelt und eine tragikomische Robinsonade voller Sprachwitz und überraschender Wendungen.
Eine szenische Lesung des Theaterstücks „Kopenhagen“ von Michael Frayn mit den Schauspielern Ute Zehlen, Berthold Toetzke und Wolfram Boelzle am 8. Mai schließt sich an. Terminlich passend zum Tag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus 1945 behandelt der Text die Auseinandersetzung zweier Wissenschaftler über die Atombombe in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und seiner Folgen.
Aus Lesung und Konzert besteht die Veranstaltung „Statische Gedichte“ mit Christian und Kai Brückner am 11. Mai. Christian Brückner, Schauspieler, Synchronsprecher und einer der besten Rezitatoren deutscher Sprache, trägt die 1948 erstmals veröffentlichten „Statischen Gedichte“ von Gottfried Benn vor, der am 7. Juli vor 50 Jahren starb. Musikalisch auf der Gitarre begleitet wird Brückner von seinem Sohn Kai. Erich Loest, der im vergangenen Monat seinen 80. Geburtstag feierte, ist am 12. Mai mit seinem Roman „Sommergewitter“ Gast der Stadtbibliothek. Hierin schildert er die Schicksale zahlreicher Menschen während des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der ehemaligen DDR. Dieser Tag war für ihn auch persönlich ein historisches Datum, denn mit diesem Ereignis begann sein Leidensweg als politisch missliebiger Autor im anderen Teil Deutschlands.
Den Schlusspunkt der Literaturveranstaltungen setzt am 16. Mai Franz Alt und sein Bericht „Eine bessere Welt ist möglich“. 20 Jahre lang moderierte Alt das Politmagazin „Report“. 1979 wurde er mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit Publikationen wie „Frieden ist möglich“, „Jesus - der erste neue Mann“ und „Die Sonne schickt uns keine Rechnung - Die Energiewende ist möglich“ hat sich der bekannte Fernsehmoderator auch als erfolgreicher Buchautor einen Namen gemacht. „Eine bessere Welt ist möglich“ ist der eindringliche Bericht zu Ursachen und Lösungsmöglichkeiten des Nord-Süd-Konflikts, verfasst von ihm, Rosi Gollmann und Rupert Neudeck. Diese wie auch die Veranstaltung mit Erich Loest wird in Kooperation mit dem Verein für Literatur und Kunst Duisburg präsentiert - letztere zusätzlich mit dem Presseverein Niederrhein-Ruhr/DJV-Duisburg.
Eine andere Form der Literatur-Präsentation und -Wahrnehmung bietet die inzwischen zum dritten Mal stattfindende WDR-Veranstaltungsreihe „HÖRspiel öffentlich - Radio in der Bibliothek“. Drei vom Westdeutschen Rundfunk produzierte Hörspiele werden bei kulinarischer Bewirtung im LiteraturBistro der Zentralbibliothek öffentlich vorgestellt und gemeinschaftlich angehört: am 4. Mai „Die Frankfurter Verlobung - Eine Untertreibungskomödie“ von Matthias Beltz, am 10. Mai „Kleine Eheverbrechen“ von Eric-Emmanuel Schmitt (zusätzlich in Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg) und am 17. Mai „Titelverteidigung“ von Paul Barz. Anschließend diskutieren die beteiligten WDR-Akteure mit dem Publikum.
Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr und finden in der Zentralbibliothek, Düsseldorfer Straße 5-7, statt. Die Literaturveranstaltungen kosten im Vorverkauf vier Euro, an der Abendkasse fünf Euro Eintritt. Der Besuch der Hörspiele und der Ausstellung ist dagegen kostenfrei. Karten im Vorverkauf gibt es ab sofort an der Erstinformation im Erdgeschoss der Zentralbibliothek. Weitere Informationen zum Akzente-Bibliotheksprogramm stehen in einem entsprechenden Faltblatt, das in den nächsten Tagen stadtweit erhältlich ist, oder im Internet unter www.stadtbibliothek.duisburg.de.
Kontakt: Olaf Reifesgerste, Tel. 0203 283-2664, Fax 0203 283-4294
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