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Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen
Zum 30. Mal stellen sich in diesem Jahr die Duisburger Akzente ihrem Publikum. Sie sind damit eines der traditionsreichsten Festivals in Nordrhein-Westfalen. Dass die »Akzente« ihren Platz in der sich rasant entwickelnden Festivallandschaft behaupten konnten, liegt sicher an der einmaligen Verbindung von themenorientiertem Denken und spartenübergreifender Arbeit. Theater, Bildende Kunst, Literatur, Wissenschaft und Bildung beleuchten in der Festivalzeit das jeweilige Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.
Bei der Themenwahl haben die Organisatoren dieses Kulturfestivals stets ein gutes Gespür für aktuelle Themen aus Kultur, Gesellschaft oder Politik bewiesen und auch Konflikte nicht gescheut. Ich erinnere da nur an die Akzente im Jahr 1987, als sie sich unter dem Titel »Einblicke« mit der Kunst und Kultur der DDR auseinandersetzten, oder an das Jahr 2004, als der Titel »Endstation Amerika?« für Aufsehen sorgte. Dieser Mut hat das Festival über drei Jahrzehnte lebendig gehalten.
In diesem Jahr fragen die Duisburger Akzente unter dem Titel »NORMAL« nach dem Entstehen und der Veränderung von Normen. Und auch hier sind wir wieder mitten in einer aktuellen gesellschaftlichen Debatte: Während einerseits der Verlust von Werten und Normen beklagt wird, stellen Sozialwissenschaftler wie der renommierte Soziologe Prof. Dr. Helmut Klages fest, dass gerade bei jungen Menschen Werte wie Treue oder Fleiß wieder hoch im Kurs stehen.
Es gibt also Gründe genug, die Duisburger Akzente auch im Jubiläumsjahr mit wachem Interesse zu verfolgen.
Ihr

Jürgen Rüttgers
Ministerpräsident des Landes
Nordrhein-Westfalen |
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Grußwort des Oberbürgermeisters und des Kulturdezernenten der Stadt Duisburg
Mit Wörtern wie »vorschriftsmäßig«, »üblich« oder »durchschnittlich« umschreibt der »Duden« den Begriff »normal«. Wenn sich die Duisburger Akzente zu ihrem 30. Jubiläum mit dem Thema »Normal« auseinandersetzen, dann gewiss nicht, weil sie »Übliches« oder »Durchschnittliches« bieten wollen. Wir wollen vielmehr untersuchen, wie das, was als »Norm« oder »normal« gilt, entsteht, und durch welche Kräfte es sich verändert. Das reicht von ethischen und ästhetischen Fragestellungen bis hinein in unser alltägliches Leben. Wer will heute schon als »nicht normal« gelten – aber möchte man deshalb einfach nur »normal« sein?
Natürlich interessiert uns besonders, welche Rolle Kunst und Kultur in diesem Prozess spielen. Künstlerinnen und Künstler sind oft die ersten, die gesellschaftliche oder ästhetische Normen infrage stellen. Sie provozieren und karikieren, sie entwickeln neue Perspektiven, die konträr zu hergebrachten Sichtweisen stehen. Aber sie zeigen auch, wie Individuen an neuen oder alten Normen scheitern. Oft genug sind Künstlerinnen und Künstler für unbequeme Blicke auf gesellschaftliche Normen attackiert und zensiert, ja sogar eingesperrt oder getötet worden.
Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mit ihren Erkenntnissen tradierte Normen ins Wanken gebracht. Manchmal war es nur eine Frage des Zeitpunkts, ob sie dafür bejubelt oder verfolgt wurden. Galilei Galileo gilt uns heute als Symbolfigur wissenschaftlichen Denkens. Als er das heliozentrische Weltbild im Konflikt mit der römischen Kirche verteidigte, bestrafte ihn die Inquisition mit Haft und Hausarrest. Wäre es ein paar Jahrzehnte früher zu dieser Auseinandersetzung gekommen, hätte es sogar sein Leben kosten können.
Die Duisburger Akzente haben sich in ihrem 30. Jahr ein Thema gegeben, das aktuelle und historische Konflikte aus Gesellschaft und Kultur offen legt. Wir möchten Sie einladen: Nehmen Sie dieses Angebot an und erleben Sie mehr als drei Wochen lang ein aufregendes Kulturfestival in Duisburg.
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Adolf Sauerland
Oberbürgermeister
der Stadt Duisburg |

Karl Janssen
Kulturdezernent
der Stadt Duisburg
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