KRIEG UND FRIEDEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND FRANKREICH

VON DER ERZFEINDSCHAFT ZUR ERBFREUNDSCHAFT REFERENTEN: DR. FLORENCE HERVÉ, FRITZ KÖRBER / SPRACHE: DEUTSCH

KRIEG UND FRIEDEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND FRANKREICH
Foto: Jürgen Donat
KRIEG UND FRIEDEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND FRANKREICH
Foto: Jürgen Donat

Stadtarchiv Duisburg


VORTRÄGE / DISKUSSIONEN / RUNDGÄNGE
Karmelplatz 5
47051 Duisburg
Eintritt: Eintritt frei

Mittwoch, 07.03. 18:00 Uhr

Zwischen 1870 und 1945 gab es drei kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich (1870-71, 1. und 2. Weltkrieg). Seit 1945 leben beide Länder friedlich miteinander. Also: 75 Jahre Krieg und nun 73 Jahre Frieden. Hass, Erzfeindschaft und Krieg, dann Versöhnung, Zusammenarbeit und Freundschaft. Diese fundamentale, für Europa bedeutende Veränderung war möglich, nicht zuletzt aufgrund des friedlichen Einsatzes der Menschen und der Zivilgesellschaft.

Während des Krieges, am 10. Juni 1944, wurde das Dorf Oradour-sur-Glane in der Nähe von Limoges im Südwesten Frankreichs verbrannt, und 642 Einwohner wurden umgebracht. Soldaten der Waffen SS (Division Das Reich) exekutierten die männlichen Bewohner des Dorfes und setzten die Kirche mit den Frauen und Kindern in Brand. Robert Hébras, damals 17 Jahre alt, konnte überleben und sich retten. Seine Mutter und seine zwei Schwestern wurden in der Kirche verbrannt. Nach Jahren des Hasses ist er ein überzeugter Vorkämpfer der deutsch-französischen Freundschaft und des Friedens geworden, der auch gern mit Jugendlichen darüber spricht. In den Ruinen von Oradour hat er die Staatspräsidenten Hollande und Macron sowie Bundespräsident Gauck geführt. Ein kurzer Dokumentarfilm macht das Publikum mit Oradour vertraut.

An das Massaker und an die juristische, politische und literarische Auseinandersetzung damit, erinnert die französische Autorin Dr. Florence Hervé, mit dem Fotografen Martin Graf Herausgeberin des zweisprachigen Buchs „Oradour – Geschichte eines Massakers“.

Die Versöhnung mit Oradour und die deutsch-französische Freundschaft waren möglich, weil Deutsche sich beispielhaft dafür engagiert haben. Fritz Körber, SPD, war Bürgermeister der Gemeinde Schwaig bei Nürnberg, Bezirksrat und stellv. Bezirkstagspräsident in Mittelfranken. Als Partnerschaftsbeauftragter des Bezirks mit der Region Limousin (sowie mit der polnischen Woidwodschaft Pommern) hat er sich erfolgreich um Oradour bemüht und Robert Hébras ist sein Freund geworden. Er wird darüber berichten, warum, wie und mit welchen Ergebnissen er sich engagiert hat. Sein Einsatz hat dazu beigetragen, dass das Trauma Oradour, ohne die schlimme Vergangenheit zu vergessen, überwunden wurde. Als Brückenbauer zwischen den Völkern ist er auch in der Ukraine tätig. 

Oradour und das deutsch-französische Verhältnis zeigen, dass aus Feinden Freunden werden können und dass "Nie wieder Krieg?" sich glaubhaft durchgesetzt hat.

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